4.1 Modul 4: Website Struktur & Suchmaschinenoptimierung (SEO) – Lektion 1: Worauf es wirklich ankommt

Wenn Du wirklich kaum Vorwissen zum Thema SEO hast, empfehle ich Dir als wirklich grundlegenden Einstieg (also z.B. inkl. Erklärung der Begriffe SEO, SEA, SEM, OnPage, OffPage, etc.) meine Seite hier: https://8020webdesign.ch/seo-website-optimierung/

Hier in dieser Lektion versuche ich jetzt Dir noch etwas kompakter und konkreter zu vermitteln, worauf es in der Suchmaschinenoptimierung ankommt (und wo eben die Meisten scheitern).

Dazu folgende Grafik aus dem (empfehlenswerten, aber leider nur englischen) SEO Beginner Guide von Moz.com (Moz ist ein SEO Tool, welches aber wirklich nur für grosse Unternehmen nötig/praktikabel ist):



Die Pyramide zeigt unten die absolut essenziellen Faktoren („Essential to rankings“), während nach oben hin die fortgeschritteneren Faktoren folgen, die sozusagen den Feinschliff bei besonders starker Konkurrenz liefern („Improve competitiveness“).

Gehen wir diese 7 Ebenen einmal durch:

#1: „Crawl accessibility“: Google kann die Website sehen und indexieren.

Dadurch dass wir WordPress benutzen, haben wir diesen Punkt automatisch abgehakt.

Genau genommen macht das im Prinzip praktisch jeder richtig (bzw. wenn hier einmal etwas schiefgeht, dann wurde etwas falsch gemacht – z.B. wenn man vergessen hat, dass man seine Website für Google gesperrt hat).

#2: „Compelling content“: Fesselnder Inhalt, der genau die Suchanfrage beantwortet.

Der Inhalt ist der grundlegendste (und damit wichtigste) Faktor für gute Rankings.

Wenn jemand z.B. nach „website erstellen“ sucht, was erwartet er dann?

3-400 Wörter, in der jemand seine Dienstleistungen als Webdesigner anbietet?

Oder einen 3000 Wörter Artikel, der genau erklärt, welche verschiedenen Content Management System es gibt, wann welches System besser ist, worauf man bei der Wahl des Hosters achten muss und mit welchen Kosten man rechnen muss, wenn man es machen lassen will?

Eben.

Wenn Du mit SEO Erfolg haben willst, dann reicht es nicht, einfach nur Deine Dienstleistungen zu beschreiben. Also WAS Du machst.

Du musst Inhalte erstellen, die zeigen WIE Du etwas machst. Die konkrete Fragen beantworten. Die beim Selbermachen helfen. Die erklären, warum Du etwas auf eine bestimmte Art machst. Die das Problem genauer beschreiben. Tipps und Schritt für Schritt Anleitungen geben.

Ja, gute Inhalte zu erstellen ist echt harte Arbeit und ein Riesenaufwand. Aber dieser Punkt ist nicht umsonst an 2. Stelle.

#3: „Keyword optimized“: Für einen bestimmten Suchbegriff (= Keyword) optimiert.

Das ist die sogenannte OnPage Optimierung. Sprich, Du optimierst Deine Seite (oder Beitrag) auf einen bestimmten Suchbegriff (Keyword).

Nehmen wir nochmals „website erstellen“ als Beispiel:

Du hast einen ausführlichen Artikel dazu geschrieben.

Jetzt geht es darum, dass Du Google eindeutig zeigst, dass es darin um „website erstellen“ geht.

Das heisst, dass Du z.B. nicht als Titel „Alles was Du wissen musst um Deine eigene Online Präsenz live zu schalten“ schreibst.

Sondern z.B. „Website erstellen leicht gemacht: Alles was Du wissen musst“.

Du willst sowohl Google als auch dem Besucher genau das geben, wonach er gesucht hat (also eben genau für den Suchbegriff optimiert).

Oder noch ein Beispiel:

Wenn Du in Google für den Suchbegriff „hochzeitsfotograf winterthur“ ranken willst, dann brauchst Du auch eine separate Seite, welche für diesen Suchbegriff optimiert ist (z.B. den Titel „Hochzeitsfotograf in Winterthur“ hat).

Deine Seite „Leistungen & Preise“, wo Du „Hochzeitsfotografie“ nur im Text einmal erwähnt hast, wird niemals gleich gut dafür ranken.

Wie Du Seiten und Beiträge in WordPress auf bestimmte Keywords optimierst, zeige ich Dir noch in einer separaten Lektion.

So viel aber bereits vorab: Es ist gar nicht so schwierig. Der schwierige Teil ist wie schon erwähnt das Schreiben von Inhalten, die es überhaupt wert sind optimiert zu werden.

#4: „Great user experience“: Das Nutzererlebnis, also wie angenehm ist die Bedienung und Nutzung der Website.

Ist die Website:

  • schnell
  • responsive (also auch für Smartphones optimiert)
  • sicher (HTTPS)
  • übersichtlich und einfach zu bedienen (also ein Design, das den Inhalt in den Fokus stellt und nicht mit Spielereien davon ablenkt)


Das waren ja immer die zentralen Überlegungen bei den Entscheidungen zu unserer WordPress Konfiguration, dem gewählten GeneratePress Theme und den Plugins.

Diesen Punkt haben wir also perfekt abgedeckt.

#5: „Share-worthy content“: Inhalte, die geteilt, verlinkt oder anderweitig verbreitet werden.

Hier wird es jetzt interessant:

Warum kommt „Inhalt“ zweimal vor?

Weil wir idealerweise 2 verschiedene Arten von Inhalt haben. Ich nenne es kurz „Google Content“ und „People Content“:

  1. Google Content: Wie wir unter Punkt 2 gesehen haben: Inhalt, der gezielt auf Suchanfragen optimiert ist. Ausführlicher Inhalt, der konkrete Fragen beantwortet oder Probleme löst.
  2. People Content: Das ist unterhaltsamer Inhalt, der überrascht, zum Nachdenken anregt, Meinungen hinterfragt und Diskussionen auslöst.


Wir haben ein „Problem“ mit Google Content: Es kann teilweise schwierig sein, Leute dazu zu bringen, Google Content weiterzuverbreiten.

Ja, der „Website erstellen“ Guide war vielleicht sehr hilfreich, aber der Grossteil der Leser wird diesen höchstwahrscheinlich nicht gleich weiterverbreiten.


Und hier kommt People Content ins Spiel:

Niemand (oder zumindest fast niemand) sucht zwar in Google z.B. nach „den 5 grössten Fehlern bei der Website Erstellung“ oder „die 10 hässlichsten Logo Redesigns 2020“.

Aber genau das sind die Art von Artikeln, die tendenziell eher auf Social Media Kanälen geteilt und diskutiert werden.

Und in diesen Artikeln verweisen und verlinken wir auf unseren Google Content.

Und das wiederum hilft unserem „website erstellen“ Guide beim ranken.

Nur um es nochmals klar zu sagen: Das heisst nicht, dass Du nur mit Google Content nicht ranken kannst.

Diese 7 Ebenen der SEO Pyramide bauen aufeinander auf: People Content hilft beim ranken von Google Content, wenn die Konkurrenz stark ist und ebenfalls viel guten Google Content hat.

Aber umgekehrt ohne Google Content und nur mit People Content, wirst Du nur schwierig ranken.

Wenn ich Dir also nur einen einzigen SEO Tipp geben könnte, wäre das Folgender:

Erstelle lieber einen einzigen, umfassenden und detaillierten „Ultimativer Guide“ Artikel mit 3000+ Wörtern (Google Content), als 100 durchschnittliche und „normale“ 3-500 Wörter Artikel (People Content).

#6: „Title, URL & description“: Neugierig machende Titel, URL und Beschreibung, die in Google angeklickt werden.

Hier geht es also um die Meta Description: Wie Deine Seite in den Google Suchresultaten aussieht:



Falls Du Dich nicht erinnerst:

Wie Du Meta Description mit dem SEO Plugin Rank Math bearbeiten kannst, habe ich in Modul 2 in der Lektion „Das SEO Plugin“ genau erklärt.

Das haben wir also ebenfalls bereits abgedeckt.

#7: „Snippet / schema markup“: Mit Schema Markup als Richt Snippet in den Google Resultaten erscheinen.


Das habe ich ebenfalls in der Lektion „Das SEO Plugin“ ausführlich erklärt.

Du kannst mit dem SEO Plugin „Rank Math“ das Schema Markup (= strukturierte Daten) für Deine Inhalte definieren. Und das hilft, dass Google Deine Inhalte eher als Rich Snippets anzeigt.

Zur Erinnerung: Rich Snippets sind diese speziellen Boxen, welche in den Suchresultaten erscheinen. Z.B. die „Nutzer fragen auch“ Box:



Diesen 7. und letzten Punkt haben wir also ebenfalls abgehakt.

Wichtig: Genau wie bei der originalen Maslowschen Bedürfnispyramide, gilt auch bei der SEO Pyramide, dass keine Ebene übersprungen werden kann!

Alles baut aufeinander auf: Ohne Ebene 2, den fesselnden Google Content, der eine Suchanfrage genau beantwortet, nützt alles andere nichts und ist praktisch Zeitverschwendung.

Praktisch alles, was irgendwie mit SEO zu tun hat, kannst Du in diese 7 Ebenen der SEO Pyramide einteilen.

Hier nochmals alles kurz zusammengefasst:

  1. „Crawl accessibility“: Google kann die Website sehen und indexieren -> erledigt dank WordPress!
  2. „Compelling content“ (= Google Content): Fesselnder Inhalt, der genau die Suchanfrage beantwortet -> das ist Dein Job, aber ich zeige Dir in der nächsten Lektion die 2 Strategien dazu.
  3. „Keyword optimized“: Für einen bestimmten Suchbegriff (= Keyword) optimiert -> dazu folgt ebenfalls noch eine Lektion.
  4. „Great user experience“: Das Nutzererlebnis, also wie angenehm ist die Bedienung und Nutzung der Website -> haben wir erledigt!
  5. „Share-worthy content“ (= People Content): Inhalte, die geteilt, verlinkt oder anderweitig verbreitet werden -> ebenfalls Dein Job, aber eben, mehr dazu gleich.
  6. „Title, URL & description“: Ein neugierig machender Titel, URL und Beschreibung, die in Google angeklickt wird -> in der Lektion „Das SEO Plugin“ abgedeckt!
  7. „Snippet / schema markup“: Mit Schema Markup als Richt Snippet in den Google Resultaten erscheinen -> ebenfalls in der Lektion „Das SEO Plugin“ abgedeckt!

Wie Du siehst, hast Du mit meinem Kurs hier SEO-technisch praktisch alles abgedeckt.

Das Einzige was ich Dir nicht abnehmen kann, und in was die allermeisten Leute viel, viel mehr Zeit investieren sollten, ist das „Erstellen von fesselnden Inhalten“.

Daran führt kein Weg vorbei.

Ich würde Dir schlicht keinen Gefallen tun, wenn ich Dir das nicht so klar sagen würde und Dir dafür noch mehr technisches SEO Wissen mitgeben würde, das praktisch keinen Unterschied macht.

Natürlich ist das „Erstellen von fesselnden Inhalten“ ein riesiges und komplexes Thema für sich. Und obwohl ich Dir das in diesem Kurs nicht einfach so nebenher auch noch beibringen kann, werde ich Dir in den nächsten Lektion zumindest 2 der bekanntesten und grundlegendsten SEO Strategien dafür vorstellen und Dich damit auf den richtigen Weg führen 🙂

Zuerst möchte ich aber in der nächsten Lektion noch die Frage klären, ob SEO der ideale Kanal für DICH ist.

Michael Brütsch

Webdesigner & WordPress Experte: Ich kreiere WordPress Websites, die Google liebt (aka Suchmaschinenoptimierung / SEO).

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