2.11 Das SEO Plugin

Ein SEO Plugin wird rundherum als Must-Have empfohlen.

Nur wissen die Wenigsten genau, warum überhaupt und wieviel es tatsächlich bringt (viele installieren einfach das Plugin, nutzen es aber gar nicht aktiv).

Nun gleich Vorab: Ja, ein SEO Plugin ist auch meiner Meinung nach ein Muss.

Aber:

Es ist vor allem ein Werkzeug für fortgeschrittene, manuelle SEO Arbeit, keine automatisierte Wunderwaffe.

Sprich, einfach nur ein SEO Plugin installieren bringt nicht all zu viel, aber ja, ist immer noch besser als gar Keines zu nutzen.

Und die gute Nachricht ist:

In den allermeisten Fällen musst Du aus SEO-Sicht gar nicht viel machen mit dem SEO Plugin.

Mit den „Basics“ in dieser Lektion (OK, eigentlich sind es teilweise wie gesagt schon ziemlich fortgeschrittene Themen) bist Du schon sehr gut ausgerüstet (und übrigens, ich persönlich mache auch nicht mehr in diesem Bereich).

Wenn Du mehr Zeit in SEO investieren willst, dann ist meine Empfehlung definitiv, zuerst mehr Zeit in den Inhalt zu investieren (und genau dafür ist dann das SEO Bonus Modul).

Das „beste“ SEO Plugin


Das ist natürlich wie so oft immer auch etwas subjektiv.

Das bekannte „Yoast SEO“ ist seit Jahren der Platzhirsch (gefolgt vom „All in One SEO Pack„).

Aber:

Seit einiger Zeit gibt es einen zwar noch relativ unbekannten, aber mittlerweile bei Kennern eindeutigen Top-Nachfolger:

Das WordPress SEO Plugin Rank Math (was in meinem WordPress Paket bereits vorinstalliert ist und Du ja bereits in einer vorherigen Lektion fertig aktiviert/eingerichtet hast).

Warum? Dafür gibt es 3 einfache, aber gute Gründe:

  1. Das Plugin ist schlanker und performanter, da es von Grund auf neu entwickelt ist (die beiden anderen Plugins gibt es seit über 10 Jahren, da sammeln sich einfach viel Altlasten an). Ausserdem ist es modular aufgebaut. Sprich: Nicht benötigte Funktionen bleiben einfach deaktviert.
  2. Gleichzeitig hat es aber deutlich mehr Funktionen. Vor allem auch Funktionen, die es bei Yoast SEO nur in kostenpflichtigen Premium Addons gibt (z.B. für Local SEO und WooCommerce). Rank Math scheut den direkten Vergleich überhaupt nicht, und hat hier eine detaillierte Vergleichstabelle erstellt (klar, ist natürlich etwas voreingenommen, aber in der offenen WordPress Community hält man sich mit Lügen nicht lange). Die Bewertungen von Rank Math sprechen ebenfalls für sich.
  3. Nicht ganz so entscheidend und auch Geschmackssache (vor allem, wenn man sich an Yoast SEO gewöhnt hat), aber ich persönlich zumindest finde Rank Math auch übersichtlicher und benutzerfreundlicher gestaltet.


Mittlerweile sind auch die Kinderkrankheiten ausgemerzt und ich empfehle nur noch Rank Math.

Aber falls Du Dich doch schon an Yoast SEO gewöhnt hast: Keine Sorge, die Bedienung von Rank Math ist sehr ähnlich.

Was genau macht ein SEO Plugin?


WordPress selbst ist von Haus aus äusserst SEO und Google freundlich.

Ein SEO Plugin gibt Dir eine Menge Funktionen, die WordPress technisch ergänzen und Dir die SEO Arbeit erleichtern sollen.


Aber ich kann Dich gleich beruhigen:

Viele dieser Funktionen sind für Dich schlicht nicht relevant bzw. nur für sehr spezielle und fortgeschrittene SEO Probleme gedacht.

Ich zeige Dir in dieser Lektion die wirklich wichtigen Funktionen und wie Du mit dem SEO Plugin im Alltag aktiv arbeiten kannst:

#1: Bilder Anhang-Seiten „entfernen“


Das ist die wohl wichtigste Funktion, mit der jedes SEO Plugin WordPress „repariert“ (also WordPress von Haus aus nicht optimal ist):

Normalerweise erstellt WordPress für jedes hochgeladene Bild eine eigene Anhang-Seite, welche keinen nützlichen Inhalt bietet, sondern einfach auf das Bild verlinkt (mit dem Dateinamen als Seitentitel):



Google mag keine Websites, die viele solcher sogenannter „Thin Content“ Seiten enthält (also Seiten, ohne tatsächlichen Nutzen bzw. Inhalt).

Wie Du Dir vorstellen kannst, würde WordPress ziemlich schnell sehr viele solcher Thin Content Seiten anlegen.

Was jetzt das SEO Plugin macht, ist diese Anhang-Seiten automatisch auf das entsprechende Bild weiterzuleiten (mit einem sogenannten 301 Redirect).

Für Google existiert die Seite damit im Prinzip gar nicht mehr. Problem gelöst.

Das SEO Plugin macht noch ein paar weitere Optimierungen (z.B. sorgt es auch dafür, dass die Suchresultat Seiten nicht von Google indexiert werden – aus dem genau gleichen Grund und von Google selbst empfohlen: Thin Content).

Das alles ist für Dich gut zu wissen, aber aktiv machen musst Du nichts. Das SEO Plugin ist in dem von mir gelieferten WordPress Paket bereits für Dich eingerichtet.

Bzw. rate ich Dir sogar explizit, nichts an der Grundkonfiguration zu ändern, ausser Du weisst genau, was Du machst (man kann natürlich mit falschen Einstellungen den eigenen Rankings auch schaden).

Darum: Bei konkreten Fragen wie immer einfach unten die Kommentar-Funktion nutzen 🙂

#2: XML Sitemap generieren


Eine XML Sitemap ist einfach eine spezielle Datei, welche Google die Struktur Deiner Website mitteilt. Damit kann Google Deine Website einfacher und schneller indexieren.

Diese XML Sitemap brauchst Du dann in der Google Search Console (dafür gibt es im SEO Modul eine eigene Lektion mit Anleitung).

#3: Meta Description: Wie sieht Deine Seite in den Google Suchresultaten aus


Mit der sogenannten Meta Description kannst Du Google sagen, wie Deine Seite oder Artikel in den Suchresultaten aussehen soll:



Auch hier gilt: Google kann jederzeit selbst entscheiden, was sie wie in den Suchresultaten anzeigen. Du kannst Google nur einen Vorschlag machen.

Das Ziel: Du willst natürlich, dass diese Vorschau in Google möglichst interessant aussieht, damit die Leute darauf klicken.

Denn:

Diese „Klickrate“ (also wie häufig auf Deine Seite im Vergleich zu den anderen Webseiten in den Suchresultaten geklickt wird) ist für Google ein wichtiger Ranking Faktor.

Es lohnt sich also, sich die Mühe zu machen und die Meta Description etwas zu optimieren.

Genau genommen kannst Du den Titel, die URL/Link, sowie die Beschreibung anpassen.

Das geht ganz einfach:

Bei jeder Seite und Beitrag hast Du in WordPress rechts oben den hellroten Rank Math Button, über den Du die Meta Description bearbeiten kannst:



Meine Empfehlung:

Das Wichtigste ist die Meta Beschreibung. Also der Text unter der URL. In dieser solltest Du Interesse wecken und neugierig machen, indem Du beschreibst, welche Infos der Leser auf der Seite erwarten kann.

Der Titel der Seite bzw. Artikel sollte schon grundsätzlich optimiert sein (das habe ich im SEO Modul genauer beschrieben) und sollte nicht komplett umgeschrieben werden.

Den Titel würde ich höchstens aus „kosmetischen“ Gründen anpassen. Also um z.B. nicht ganz so wichtige Stoppwörter (wie z.B. der/die/das) zu entfernen, damit nichts vom Titel abgeschnitten wird.

Auch die URL würde ich in den meisten Fällen einfach lassen.

Übrigens: Wenn ich ehrlich bin, nutze ich persönlich die Meta Description selbst nicht so häufig, wie ich sollte. Auch wenn Du es mal vergessen solltest: Meiner Meinung nach ist das nicht all zu dramatisch. Google ist nämlich ziemlich gut darin, selber automatisch eine sinnvolle Meta Description zu generieren.

Das heisst, wenn Du tolle Artikel schreibst (ich verweise wieder auf das SEO Modul 😉 ), dann ist die Perfektionierung der Meta Description wirklich die Kür und definitiv kein Muss.

#4: Schema Markup (= strukturierte Daten) für Google Rich Snippets


Das ist ein technisch etwas komplizierteres Thema, aber keine Sorge, auch hier musst Du nur das Prinzip verstehen.

Die Arbeit nimmt Dir in den meisten Fällen das Plugin ab (bzw. Du musst nur in besonderen Fällen eingreifen – was aber ganz einfach ist).

Also, worum es geht:

Du hast sicher schon einmal in Google diese etwas spezielleren Suchresultate gesehen (das sind nur ein paar Beispiele, es gibt noch mehr):

Fragen & Antworten:



Wikipedia Einträge:



News:



Rezepte:



Das sind sogenannte Rich Snippets (oder auch Rich Cards genannt).

Dadurch, dass diese Rich Snippets natürlich sehr auffällig sind, werden diese besonders häufig angeklickt. Und sind darum natürlich sehr begehrt.

Um jetzt die Chance zu erhöhen, dass Deine Inhalte als Rich Snippet in Google angezeigt werden, musst Du auf Deiner Website Deine Inhalte mit sogenanntem Schema Markup (= strukturierte Daten) ergänzen (Schema Markup ist im Prinzip eine ähnliche Sprache wie HTML).

Nochmals kurz zusammengefasst:

Google nutzt das Schema Markup auf Deiner Website um in den Suchergebnissen sogenannte Rich Snippets anzuzeigen.

Wichtig:

  1. Nur weil Du Schema Markup nutzt, heisst das nicht automatisch, dass Google das auch tatsächlich immer als Rich Snippets in den Suchergebnissen anzeigt.
  2. Grundsätzlich kann Google Rich Snippets auch dann anzeigen, ohne dass Schema Markup verwendet wurde.


Oder anders gesagt: Mit dem Einsatz von Schema Markup machst Du es Google leichter und erhöhst damit Deine Chancen.


Was musst Du jetzt konkret machen, um Schema Markup auf Deiner Website hinzuzufügen?

Nun, in den meisten Fällen gar nichts!

Für normale Seiten und Blog Beiträge musst Du Dir bezüglich Schema Markup keinerlei Gedanken machen. Das SEO Plugin Rank Math macht das automatisch.

Was es konkret macht, ist:

  • Seiten fügt es das Schema Markup für „Artikel“ hinzu.
  • Blog Beiträgen fügt es das Schema Markup für „Artikel“ mit dem etwas genaueren Untertyp „Blog Beitrag“ hinzu.


Wie Du an den 4 Beispielen oben gesehen hast, gibt es verschiedene Schema Markup Typen:.

Unterstützt werden vom SEO Plugin Rank Math im Moment folgende Typen:

  • Buch
  • Kurs
  • Veranstaltung
  • Stellenausschreibung
  • Musik
  • Produkt
  • Rezept
  • Restaurant
  • Video
  • Person
  • Service
  • Softwareanwendung


Genau genommen gibt es unzählige Typen mehr, aber die sind aus SEO Sicht schlicht noch nicht relevant genug (z.B. könnte man Infos wie „Lieferart“ oder „Gemälde“ abbilden).

Rank Math wird hier aber mit der Zeit definitiv weitere Typen ergänzen (z.B. sind aktuell der „How-to“ und „FAQ“ Typ geplant).

Wie gesagt, höchstwahrscheinlich sind die anderen Typen für Dich nicht relevant.

Falls Du aber einmal einen dieser Schema Markup Typen brauchst, geht das so:

Nehmen wir an Du möchtest in Deinem Blog ein Rezept veröffentlichen. Grundsätzlich erstellst Du in WordPress einen ganz normalen Blog Beitrag. Du kannst jetzt ganz einfach unter dem Reiter „Schema“ den passenden Schema Markup Typ auswählen, und dann möglichst viele der Felder ausfüllen:



Und das war’s dann auch schon 🙂

#5: Fokus Keyword + Tipps für die Optimierung der Inhalte


Auf jeder Seite und Beitrag kannst Du das „Fokus-Keyword“ (= Suchbegriff in Google) angeben, für das Du gefunden werden möchtest.

Darauf basierend gibt Dir Rank Math Tipps, wie Du Deine Seite oder Beitrag dafür optimieren kannst:



Diese Hinweise und Empfehlungen sind grundsätzlich alle sinnvoll. Aber siehe diese Hinweise trotzdem nur als Tipps, nicht als unumstössliche Regeln.

Zum Beispiel braucht nicht jeder Artikel unbedingt ein Inhaltsverzeichnis, Bilder oder Videos im Inhalt oder eine Zahl im Titel.

Behalte immer den Leser im Hinterkopf: Ein kurzer und knackiger Artikel, in dem Du einen einzelnen Tipp gibst, muss nicht künstlich auf 600 Wörter aufgebläht werden oder zwingend mit Bildern aufgelockert werden.

Wie nutzt Du nun das SEO Plugin im Alltag?


Du siehst, Du musst gar nicht so viel machen.

Kurze Zusammenfassung:

Wenn Du also einen wirklich guten Artikel geschrieben hast, mit dem Du in Google ranken möchtest:

  1. Nimm Dir die Zeit und schreibe eine neugierig machende Meta Description (Punkt #3).
  2. Schaue Dir kurz die Vorschläge an, ob Du ev. noch etwas optimieren kannst oder etwas vergessen hast (Punkt #5).


Fertig 🙂


Punkt #1 (Bilder Anhang-Seiten weiterleiten) und #2 (XML Sitemap) mussten nur einmalig eingerichtet werden.

Und Punkt #4 (das Schema Markup für die Rich Snippets) wird automatisch im Hintergrund vom Plugin für den Artikel generiert (und musst Du wie erklärt nur manuell anpassen, wenn Du eine spezielle Art von Inhalt, wie z.B. ein Rezept oder Buch Rezension erstellt hast).

Gratulation! Damit holst Du wahrscheinlich mehr aus Deinem SEO Plugin heraus, als 90+% aller anderen WordPress Nutzer! 🙂

Michael Brütsch

Webdesigner & WordPress Experte: Ich kreiere WordPress Websites, die Google liebt (aka Suchmaschinenoptimierung / SEO).

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