Mit der Cornerstone Content Strategie hast Du schon einen grossen Teil der Website Struktur gesehen.
In dieser Lektion zeige ich Dir jetzt aber noch einmal die gesamte Website Struktur von A bis Z, wie ich die Cornerstone Content Strategie konkret umsetze (inklusive einiger zusätzlicher konkreter Beispiele und Tipps).
Ich sehe es so:
Im Prinzip haben wir 4 „Stufen“ von Inhalt, jede mit aus SEO-Sicht einem etwas anderen Zweck:
- Stufe 1: Die Startseite
- Stufe 2: Die Angebotsseiten
- Stufe 3: Cornerstone Seiten
- Stufe 4: Blog Artikel
Die Struktur und der „Fluss“ (also immer der jeweils nächste Schritt für einen Besucher) sieht grob als Gesamtüberblick etwa so aus (Du willst also im Prinzip denn Besucher immer sanft Richtung Angebot lotsen):

Wenn jemand auf der Startseite landet, bieten wir ihm eine Übersicht über uns und unser Angebot bzw. Dienstleistungen.
Wenn jemand über Google mit einer sehr spezifischen Frage auf einem Blog Artikel landet, führen wir ihn zu unserem „ultimativen Guide“ Cornerstone Seite.
Und von der Cornerstone Seite aus erwähnen und verweisen wir auf unser Angebot. Für alle Interessierten, die eben nicht alles selber machen wollen, aber durch unseren Cornerstone Content von unserer Expertise überzeugt wurden (und sehen, dass „selber machen“ zu aufwändig wäre).
Wie schon in der letzten Lektion erwähnt: Das ist nur eine grobe Darstellung der Verlinkungen, keine fixe Regel. Links sollen immer so gesetzt werden, wie es inhaltlich Sinn macht (also z.B. auch von der Cornerstone Seite zu einem Blog Artikel, von einem Blog Artikel direkt zum Angebot, etc.).
Bevor wir die einzelnen Stufen etwas genauer anschauen, einige allgemeine Anmerkungen:
- Stufe 1 + 2 braucht grundsätzlich praktisch jede einzelne Website.
- Stufe 3 + 4 sind optional bzw. wichtig, falls Du Dich für SEO als Marketing Kanal entschieden hast.
- Dann wie schon in der letzten Lektion erwähnt: Stufe 3 + 4 ordnen wir jeweils in Themen Gruppen.
- Das sind natürlich nicht die einzigen Seiten, die Du auf Deiner Website haben wirst. Das sind die speziell aus SEO-Sicht wichtigen Seiten. Du kannst natürlich beliebig zusätzliche Seiten erstellen. Die „Über mich“ oder „Kontakt“ Seite ist z.B. natürlich ebenfalls praktisch auf jeder Website Pflicht.
- Auch wenn es Cornerstone „Seite“ heisst, kann eine Cornerstone Seite in WordPress grundsätzlich auch als Beitrag/Blog Artikel erstellt werden. Das ist rein Geschmackssache und macht SEO-technisch keinen Unterschied. Aber egal ob es eine Seite oder ein Beitrag ist, Punkt 6:
- Cornerstone Seiten gehören aufgrund ihrer Wichtigkeit und weil es aus SEO-Sicht vorteilhaft ist, direkt ins Hauptmenü. Ich würde diese im Menü hinter den Angebotsseiten platzieren:

- Noch ein Hinweis zum „Blog“, wo Deine ganzen Beiträge/Artikel erscheinen: Wenn Du „Blog“ nicht passend findest, kannst Du das natürlich auch „News“, „Lernen“, „Artikel“, „Magazin“, „Ressourcen“ oder sonst etwas nennen.
Beantworten wir als nächstes die grosse Frage:
Welche Stufe bzw. Seite wollen wir für welchen Suchbegriff ranken?
Auch wenn das jetzt natürlich keine absoluten Regeln sind und es oftmals kein richtig oder falsch gibt, hier zumindest meine grundlegenden Empfehlungen und Tipps:
Stufe 1: „Home“ – Die Startseite
Die Startseite aus SEO-Sicht:
Bei der Startseite ist häufig nicht so ganz klar, für welchen Suchbegriff diese ranken soll. Der Inhalt ist ja eigentlich relativ allgemein bzw. dient als Übersicht über das Angebot und die Website.
Meine Empfehlung:
Optimiere die Startseite für die „Art Deines Unternehmens“ + „Deine Region“.
Hier 3 konkrete Beispiele:
- Fotograf: „fotograf winterthur“
- Personal Trainer: „personal trainer bern“
- Webdesigner: „webdesigner schaffhausen“
Google scheint für solche Suchanfragen, in denen gezielt nach einer bestimmten Art von Firma gesucht wird, die Startseite zu bevorzugen.
Hier ein Beispiel der Suchresultate für „fotograf winterthur“, wo die 4 ersten Resultate jeweils eine Startseite ist:

Tipp für den Inhalt Deiner Startseite:
Viele tun sich schwer damit, ihre Startseite zu gestalten. Was kommt auf die Startseite? Bzw. was ist das Ziel der Startseite?
Mein Tipp: Wende den „3 Sekunden, 3 Fragen“ Test an.
Dieser Test funktioniert so:
Wenn ein Besucher Deine Startseite aufruft (ohne weiter zu scrollen oder zu klicken), kann er folgende 3 Fragen in 3 Sekunden beantworten:
- Worum geht es?
- Für wen ist es?
- Was bekomme ich?
Diesen Test (bzw. es ist eigentlich mehr ein Konzept und grundsätzliches Vorgehen beim Gestalten einer Website) habe ich von Eben Pagan und wollte ich Dir hier einfach nicht vorenthalten.
Eben Pagan ist ein sehr bekannter Online Marketing Guru, wobei ich kein Fan bin und seine Programme nicht kenne. Nichtsdestotrotz, dieses Video bringt es auf den Punkt, was die meisten Websites falsch machen.
Auch hier wieder: Es sieht eigentlich so logisch und offensichtlich aus, aber man macht es einfach intuitiv falsch, wenn man nicht aktiv darauf achtet.
Dieser Test hilft Dir dabei, Deine Website für den Besucher interessant zu machen, damit diese auch tatsächlich auf Deiner Website bleiben und sich anschauen, was Du zu bieten hast.
Das Video ist nur auf Englisch, aber ich hoffe, wenn Du die Untertitel aktivierst, kommt der Kern der Botschaft klar rüber.
Ich springe im Video direkt zu Minute 8, wo er das Grundkonzept hinter diesem 3 Sekunden, 3 Fragen Test erklärt.
Danach analysiert und bewertet er eingesendete Website Beispiele (ab Minute 18:26). Bereits die erste Website ist ein wirklich typisches und klassisches Beispiel einer „professionellen“ Website (aber wie gesagt, ich empfehle wirklich ab Minute 8 zu starten).
Du musst natürlich nicht das ganze Video schauen, aber ich empfehle Dir zumindest 2-3 Beispiele anzuschauen. Es veranschaulicht die Idee dahinter perfekt:
Anmerkung: Lass Dich nicht davon abschrecken, dass das Video von 2014 ist und daher auch die Beispiel Websites im Vergleich zu heute aus Design-Sicht schon etwas veraltet aussehen. Die Idee dahinter ist heute genau so aktuell und relevant wie eh und je.
Stufe 2: Angebotsseiten
Auf den Angebotsseiten beschreibst Du (wie der Name ja schon sagt) Dein Angebot.
Also was Du anbietest/machst, welches Problem Du löst, ev. Deine Preise, bestimmte Angebotspakete, spezialisierte Dienstleistungen für bestimmte Zielgruppen, Ablauf/Prozess, etc.
Hier wieder einige Suchbegriffe, die für unsere 3 Beispiele interessant sein könnten:
- Fotograf: „produktfotografie“, „produktfotograf“, „paar fotoshooting“, „bewerbungsfotos“
- Personal Trainer: „personal training“, „gruppentraining“, „personal trainer schwimmen“
- Webdesigner: „webdesign“, „webentwicklung“, „wordpress websites“, „webdesign für handwerker“
Hier kommt es ganz auf Deine Branche an:
Du siehst, dass Unterscheidung zwischen „was Du bist“ („Produktfotograf“) und „was Du machst“ („Produktfotografie“) nicht immer so ganz klar ist.
Wenn Du also „Fotograf“ bist (und die Startseite darauf optimierst), kann es sich durchaus lohnen, zusätzlich eine Angebotsseite für „Produktfotograf“ und „Hochzeitsfotograf“ zu erstellen und optimieren.
Ein Personal Trainer wird wahrscheinlich eher gezielt für seine Funktion gesucht, nicht über ein spezifisches Angebot oder Dienstleistung.
Beim Fotografen oder Webdesigner kommt eher beides vor, also dass jemand direkt nach einem Fotografen bzw. Webdesigner sucht, aber eben auch dass jemand spezifisch nach der Dienstleistung wie z.B. „bewerbungsfotos“ oder „wordpress webdesign“ sucht (oder nach der genaueren Funktion „hochzeitsfotograf“ oder „php entwickler“).
Und noch ein wichtiger Hinweis zu den Angebotsseiten:
Es ist teilweise sehr schwierig, Angebotsseiten in Google zum ranken zu bringen, weil Google für bestimmte Suchbegriffe bevorzugt reine Inhalte (Cornerstone Seiten oder Blog Artikel) zeigt.
Hier als Beispiel „produktfotografie“: Zuerst werden rein informative Inhalte angezeigt. Erst relativ weit unten auf Position 4 folgt eine Angebotsseite:

Erinnere Dich an die „Skyscraper Technique“: Schau direkt in Google, was für den von Dir gewählten Suchbegriff bereits rankt. Dann weisst Du genau, welche Art von Inhalt Google erwartet und bevorzugt: Informative Artikel, Angebote, Vergleiche, Tests, etc.
Es kann darum auch sein, dass Du für gewisse Suchbegriffe dann im Prinzip 2 Seiten hast. Als Beispiel:
- Die Angebotsseite „Produktfotografie Angebot“, wo Du Dein Angebot, Deine Arbeitsweise, Preise, etc. beschreibst.
- Eine Cornerstone Seite „Produktfotografie selber machen: Der ultimative Guide für gestochen scharfe Produktfotos“ (von der aus Du dann natürlich auf Deine Angebotsseite verweisen kannst).
Google ist mittlerweile ziemlich gut darin, die Absicht hinter einer Suchanfrage zu erkennen (also ob jemand eher ein Angebot sucht, oder Informationen zum selbermachen).
Wenn also jemand aus Deiner Region nach einem Angebot sucht, dann haben Deine Angebotsseiten gute Chancen zu ranken.
Stufe 3: Cornerstone Seiten
Über die Cornerstone Seiten haben wir in der letzten Lektion ja ausführlich gesprochen.
Hier nochmals ein paar Beispiele:
- Fotograf: „fotografieren lernen“, „food fotografie“, „produktfotografie“
- Personal Trainer: „personal training“, „abnehmen“, „muskelaufbau“
- Webdesigner: „website erstellen“, „woocommerce“, „wordpress theme“
Die Suchbegriffe sind grundsätzlich sehr breit gefasst, werden sehr häufig gesucht und sind darum auch entsprechend umkämpft.
Denk also daran: Du wirst nicht von heute auf morgen für solche Keywords ranken.
Und noch ein wichtiger Tipp bzw. Hinweis aus eigener Erfahrung:
Überlege Dir gut, für welche Suchbegriffe Du ranken willst, und ob Dir der gewählte Suchbegriff tatsächlich etwas bringt.
Nehmen wir als Beispiel „fotografieren lernen“. Hier ist offensichtlich, dass Leute die danach suchten, Dich nicht als Fotografen beauftragen werden. Sondern sie wollen ja selber lernen besser zu fotografieren.
Du solltest also vor allem dann eine Cornerstone Seite für diesen Suchbegriff erstellen, wenn Du auch ein Angebot für das fotografieren lernen hast (z.B. ein Online Kurs oder Kurse vor Ort).
Natürlich hilft Dir die Cornerstone Seite indirekt, weil Deine Website und Angebotsseiten insgesamt besser ranken werden.
Aber sei Dir eben einfach bewusst, dass Du viele Besucher anziehen wirst, die niemals zu Kunden von Dir als Fotograf werden.
Stufe 4: Blog Artikel
Auch zu den Blog Artikeln habe ich Dir in den letzten Lektionen schon einige Hinweise und Tipps gegeben.
Denk auf jeden Fall an die Unterscheidung zwischen „Google Content“ und „People Content“.
Auch hier einfach noch ein paar Beispiele:
- Fotograf: „polarlichter fotografieren“, „hochzeitsfotografie tipps“, „sonnenuntergang fotografieren tipps“
- Personal Trainer: „realistische gewichtsabnahme pro woche“, „beste tageszeit für das training“, „warum nehme ich nicht ab“
- Webdesigner: „welches cms nutzt die seite“,
„breakpoints webdesign“, „http fehler 400“
Denk daran:
Du musst für den Go-Live Deiner Website nicht schon Deine Cornerstone Seite nach Skyscraper Technique und mehrere Blog Artikel fertig haben.
SEO ist ein Prozess. Du kannst vorzu neue Inhalte erstellen und so Deine Rankings in Google verbessern.